Mit diesem èTool können Sie Ihr  Augenmerk auf die Entwicklung der Volkswirtschaft als Ganzes legen.

Ausgangspunkt ist die Analyse der arbeitsteiligen Herstellung von Gütern und Leistungen, welche die Grundlagen des materiellen Wohlstandes einer Gesellschaft bilden. Hierbei bedient man sich der Abbildung einer Volkswirtschaft als Kreislauf. Die in einem solchen Kreislauf fließenden Ströme sind ihrer Art nach entweder Realströme (Güter, Dienst- und Faktorleistungen) oder Geldströme. Man kann zeigen, daß jeder Realstrom einen umgekehrt gerichteten Geldstrom "als Partner" hat, der dem Realstrom wertgleich ist, z.B. Güterkäufe und Geld für Güterkäufe oder Faktorleistungen und Faktorentgelte. Diese enge Zuordnung und die Wertgleichheit erlauben es, in den Darstellungen auf eine Stromart zu verzichten und nur die andere, in der Regel Geldströme abzubilden.

Die Wirtschaftssubjekte, zwischen denen die Ströme fließen, werden Pole genannt. Je nachdem wie detailliert man eine Volkswirtschaft betrachtet, werden die Pole untergliedert. In einer allgemeinen Darstellung unterscheidet man zunächst zwischen Unternehmen, Haushalten und dem Staat (öffentliche Haushalte) sowie den sog. Kapitalsammelstellen (Banken und Versicherungen) dem Ausland ("übrige Welt").

Abb. 9-1: Kreislauf einer offenen Volkswirt-schaft mit Staats-tätigkeit

Die Abbildung zeigt eine solche Volkswirtschaft als geschlossenen Kreislauf, d.h. aus ihm gibt es keine Abströme und in ihn keine Zuflüsse. Der Pol "Ausland" ermöglicht die Darstellung einer offenen Volkswirtschaft in einem geschlossen Kreislauf.

In einem Geschlossen Kreislauf gilt, daß an jedem Pol die Summe der Zuströme gleich der Summe der Abströme ist (Krelle-Axiom), wobei entstehende Differenzen (Salden) als Zu- bzw. Abstrom an anderen Polen wiederzunfinden ist.

Dies ermöglicht die Darstellung in einem volkswirtschaftliche Kontensystem, wie es zum Beispiel das Statistische Bundesamt für Deutschland aufstellt. Die in den Konten aufgeführten Ströme dienen der Ermittlung der Wirtschaftsleistung. Zur besseren Darstellung werden wird jedem Pol ein Produktions-, ein daraus resultierendes Einkommens- und ein wiederum daraus abgeleitetes Vermögenskonto zugewiesen. Da in den Haushalten keine Erzeugung von Gütern und Leistungen für den Austausch stattfindet, haben sie kein Produktionskonto. Der Staat hingegen stellt öffentliche Güter (Bildung, Verwaltung, Sicherheit etc. her) und "kauft diese quasi bei sich selbst", d.h. er finanziert sie durch Geld von seinem durch Steuern "gefüllten" Einkommenskonto.